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Keller, Raabe, Fontane

Geschlecht, Sexualität und Familie im bürgerlichen Realismus

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Antje Harnisch

Die vorliegende Studie untersucht Geschlecht, Sexualität und Familie im Realismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie verbindet sozialgeschichtliche mit diskursanalytischen Betrachtungsweisen und liest den Realismus als Diskurs, der bürgerliche Ideologien gleichzeitig legitimiert und herausfordert. Die analysierten Texte assoziieren Frauen mit Natur, Passivität und der privaten Sphäre, während Männer in der öffentlichen Sphäre tätig sind; sie stellen weibliche Anständigkeit männlicher Triebkraft gegenüber und schreiben die bürgerliche Familie als natürlichen Organismus fest. Diese Verwandlung von Kultur in Natur wird jedoch auch in Frage gestellt, so z.B. über die Darstellung von Maskeraden des Geschlechtes und über die Konfrontation von biologischen mit 'alternativen' Familien.
Aus dem Inhalt: Geschlecht, Sexualität und Familie im 19. Jahrhundert - Gottfried Keller: Geschlecht, Sexualität und bürgerliche Demokratie - Wilhelm Raabe: Geschlecht, Familie und Natur - Theodor Fontane: Ehe, Ehebruch und weibliche Sexualität.