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Deformität als Metapher

Ihre Bedeutung und Rezeption im England des 18. Jahrhunderts

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Ulrike Bolte

Die Existenz von Häßlichkeit (engl. «ugliness» bzw. «deformity») wird als Kontrastprinzip zu Schönheit, in der Mimesisforderung, in seiner Zweckmäßigkeit und als Vielfalt in der Gegensätzlichkeit seit der Antike gerechtfertigt. Häufig wird dabei dem Begriff eine moralisierende Deutung unterlegt, indem Deformität in Analogie zum unsittlichen Zustand gesetzt wird, was sich in der Bildmetapher als Feindbild oder als Verstümmelung im Bild vom politischen Körper niederschlägt. Die Rezeption des lahmen Gottes Plutus, Personifikation des Reichtums, in der Flugblattgraphik, Zeitschriftenliteratur und der gelehrten Emblematik als Verweis auf Geiz bis zu W. Hogarth wird unter dem Einfluß D. Hartleys erweitert durch die Assoziationsfähigkeit des individuellen Betrachters.
Aus dem Inhalt: Der Begriff «deformity» - Deformität als moralische und politische Metapher in der Flugblattgraphik - Hogarth und die Rezeption von Deformität - Infragestellung vorgegebener Interpretationschemata.