Show Less
Restricted access

Die verhexte Speise

Eine ethnopsychosomatische Studie über das Depressive Syndrom in Nepal

Series:

Annette Wiemann-Michaels

Das Krankheitsbild des Verhextseins hat in Nepal eine dem Depressiven Syndrom vergleichbare Symptomatik. Meist handelt es sich dabei um die Verschiebung eines familiären Konflikts auf andere Personen der Verwandtschaft oder nahen Nachbarschaft, die als Hexen das Essen schädigen. Ein Verhexter gilt in Nepal aber nicht als psychisch krank. Im Gegenteil, der Krankheitsgewinn für alle Betroffenen besteht oft darin, daß das soziale Umfeld entspannt wird und der Verhexte die sozial akzeptierte Hilfe eines lokalen Heilers in Anspruch nehmen kann. Ein allopathischer Arzt erfährt in der Regel nichts von der einheimischen Ätiologie, so daß er dazu neigt, die psychosozialen Implikationen therapeutisch zu vernachlässigen.
Aus dem Inhalt: Der Heiler und seine Patienten - Symptomatik, Befunde und Diagnosen - Verhextsein und das Depressive Syndrom - Einheimische Ätiologie - Psychosoziale Einflüsse.