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Medea in den Metamorphosen Ovids

Untersuchungen zur ovidischen Erzähl- und Darstellungsweise

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Christine Binroth-Bank

Erzählstruktur und literarische Gattungszugehörigkeit der Metamorphosen als eines Gesamtwerkes sind zentrale Probleme der Ovid-Forschung, deren Lösung vor allem durch die Komplexität dieses Werkes erschwert wird. Die vorliegende Studie will daher am Beispiel der Medea-Episode (Met. 7,1-424) die erzählerische Struktur auf der Ebene der ovidischen Einzelerzählung analysieren. Dabei zeigt sich, daß diese Episode keineswegs eine Handlungseinheit im Sinne der aristotelischen Poetik ist, sondern ein Ensemble thematisch und chronologisch eigenständiger Szenen, die allein durch die Identität der Person Medeas miteinander verbunden sind. Medea wird dabei unter wechselnder Erzählperspektive gleichsam in verschiedenen 'Rollen' dargestellt: sie ist Tochter, Liebende, Zauberin und Mörderin.
Aus dem Inhalt: Aufbau der Medea-Episode - Einheit und Geschlossenheit der Handlung - Vergleich mit den inhaltlichen Vorlagen bei Euripides und Apollonios Rhodios - Räumliche und zeitliche Kontinuität sowie kausale Verknüpfung der Szenen - Verwendung traditioneller epischer Stilmittel; Einfluß anderer literarischer Genera - Erzählerstandort und Erzählperspektive.