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Wiener Völkerkunde im Nationalsozialismus

Ansätze zu einer NS-Wissenschaft

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Dagmar Linimayr

Die Verwertbarkeit der Ethnologie (Völkerkunde) für die Zielsetzungen des nationalsozialistischen Regimes wurde mehrfach in Frage gestellt. Der Autor legt dar, wie vor allem diffusionistische und vergleichende Konzepte der Disziplin im Rahmen der Kolonialforschung sowie zur Festigung der Volkstums- und Herrenrassenideologie nutzbar waren. Mit Hilfe umfangreicher Archivstudien wurde der wissenschaftlichen und politischen Tätigkeit einzelner Fachvertreter nachgegangen und versucht, die konkreten Auswirkungen ihres Tuns aufzuzeigen. Auf der Grundlage einer systemischen Betrachtungsweise liefert das Beispiel der Ethnologie in Wien auch allgemeine Gesichtspunkte für die Verarbeitung unserer NS-Vergangenheit. Soziale Verantwortung definiert sich demnach nicht nur über moralische, sondern vor allem über handlungstheoretische und soziale Kategorien.
Aus dem Inhalt: Wie lassen sich Beziehungen zwischen Ethnologie und Nationalsozialismus feststellen? - Völkerkunde als politische Wissenschaft im österreichischen Ständestaat - Wiener völkerkundliche Institutionen 1938-45: Fachliche Ausrichtung, Personalpolitik - Ethnologie und Anthropologie (Wölfel, Bernatzik, Baumann).