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Die «zusammengesetzte Urkunde» aus zeichentheoretischer Sicht

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Hartmut Vogler

Bekanntlich ist umstritten, ob der Austausch eines mit einer Urkunde verbundenen Augenscheinsobjektes den Tatbestand des 267 StGB verwirklicht. Ausgehend von der Erkenntnis, daß die Sprache sich als ein Code auffassen läßt, wird unter Heranziehung sprachphilosophischer Überlegungen im Rahmen der vorliegenden Arbeit das Ergebnis gewonnen, daß durch die typischen Manipulationen an zusammengesetzten Urkunden nur die Wahrheit, nicht aber die Bedeutung von Gedankenerklärungen betroffen ist. In einem weiteren Hauptteil wird der Nachweis erbracht, daß die von einigen Autoren bemühte «Beweisbeziehung» ebenfalls die Strafbarkeit derartiger Manipulationen nicht zu begründen vermag. Die Arbeit schließt mit der Feststellung, daß die Entfernung des Augenscheinsobjektes dem 274 StGB unterfallen kann.
Der Autor: Hartmut Vogler wurde 1959 in Münster geboren. Von 1979 bis 1984 studierte er Rechtswissenschaften in Münster; anschließend war er als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Hannover tätig. Von 1989 bis 1992 war er Rechtsanwalt; seit dem September 1992 ist er Staatsanwalt in Hannover. Promotion an der Universität Münster im Jahre 1993.