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Der soziale Tod

Zur Soziogenese von Todesbildern

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Hans-Joachim Weber

Die zentralen Gesichtspunkte in dieser Untersuchung zur Soziogenese von Todesbildern knüpfen an Veröffentlichungen wie die von Ariès' Geschichte des Todes oder die von Elias' Über die Einsamkeit der Sterbenden an. Die Arbeit versucht mit der Kategorie des «sozialen Todes» eine für die Gegenwartsmoderne gültige neue Todesinterpretation zu positionieren. Der «soziale Tod» steht als Metapher einerseits für die Formen sozialer Ausgrenzung und Mißachtung, anderseits für die Angst vor psychischer Desintegration und Verlust personaler Identität. Soziologischen und psychoanalytischen Theorietraditionen verpflichtet stellt der Autor eine umfassende und materialreiche kulturhistorische Darstellung des abendländischen Umgangs mit dem Tod vor. Gegenüber traditionellen Fragestellungen zum Todesthema legt die Konzeption des «sozialen Todes» eine tiefgreifende subjektive Erfahrungsebene offen: Wovor man sich heute fürchtet, ist weniger der «reale Tod» als der «soziale Tod», aus der Gesellschaft herauszusterben.
Aus dem Inhalt: Anthropologische und soziologische Dimension des Todesproblems - Tod als lebensweltliche Grenzsituation - Soziologische, philosophische und psychologische Ansätze zur Thanatologie - Tod als soziales Deutungsmuster - Kulturhistorischer Abriß zur Geschichte des Todes - Konzeption des Sozialen Todes - Identität und Todesangst - Institutionelles Sterben.