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Der Vernichtglaube

Die Diagnose der modernen Systemphilosophie in Jean Pauls «Selina»

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Thomas Maier

Mit der Mathematisierung, Subjektivierung und Systematisierung des modernen Denkens stellt sich ethisch und technisch-praktisch das Problem der Beherrschung der Welt. Jean Paul warnt vor dem darin aufziehenden «Nihilismus» des Lebens, denn gerade die modernen philosophischen Systeme (der rationalen Metaphysik, der klassischen Physik als Mechanik, des transzendentalen Idealismus Kants und Fichtes) sind es, die jene Vernichtungspotentiale hervorbringen. Jean Paul insistiert auf einer in der Phantasie und der poetischen Metapher angelegten Möglichkeit humanen Seins, in der der Mensch als «Ich» in seiner «Welt» am «Ganzen des Lebens» teilhat und den wahren Ort seiner Selbstaufklärung einnimmt.
Aus dem Inhalt: Die Frage nach der Situation des «Ganzen des Lebens» in der Moderne - Die anthropologischen Leistungen der Metapher - Die poetische Kritik an der nihilistischen Konsequenz der modernen System- und Aufklärungsphilosophie.