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Die Schlagwörter der Radikalen der Reformationszeit (1520-1536)

Spuren utopischen Bewußtseins

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Hans-Joachim Diekmannshenke

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit stehen die Schlagwörter jener historischen Persönlichkeiten wie Thomas Müntzer, Andreas Bodenstein von Karlstadt, Michael Gaismair, Balthasar Hubmaier, Hans Hut, Ursula Jost und anderer, die - ausgehend von Luthers reformatorischen Überzeugungen - dessen Forderungen radikal weiterzuführen suchten. Der Autor versucht die Besonderheiten des Schlagwortgebrauchs im Rahmen der öffentlichen Kommunikation des frühen 16. Jahrhunderts nachzuzeichnen und für diese Zeit erstmals theoretisch und praktisch anzuwenden. Um die individuell unterschiedlichen Verwendungsweisen der oft identischen Begriffe auf Seiten der Radikalen wie auch auf der ihrer evangelischen und katholischen Gegner nachzuzeichnen, wurde die Darstellungsweise von «Wortmonographien» gewählt. So wird deutlich, daß Schlagwörter einerseits die Standorte im politisch-religiösen Meinungs- und Glaubensstreit dieser kommunikativ höchst bewegten Zeit markieren, andererseits dem Streben nach Parteibildung im weitesten Sinne, aber auch der Schaffung einer neuen, radikalen Glaubenslehre jenseits der bisherigen Konfessionalität dienen.
Aus dem Inhalt: Zur Theorie des Schlagwortes - Das Schlagwort im 16. Jahrhundert - «Radikale» oder «radikale Reformatoren»? - Kurzbiographien einzelner Radikaler (Müntzer, Karlstadt, Hut, Denck, Ursula Jost u.a.) - Schlagwörter der Radikalen, die gegen die bestehenden Verhältnisse gerichtet sind - Die affirmativen Schlagwörter der Radikalen - Schlagwörter, die gegen die Radikalen gerichtet sind.