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Erzählen als Widerstand

Zu Gerhard Köpfs Roman «Die Strecke» im erzählerischen Umfeld der 80er Jahre

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Edgar Platen

Was hat Literatur angesichts der uns alle bedrohenden Katastrophen, der drohenden «Vernichtung der Menschheit» (Grass), zu sagen? Gerhard Köpfs Roman «Die Strecke» zeigt, daß die Antwort nicht in einem Katastrophismus liegt, sondern in einer Potenzierung des Poetischen und seiner Widerständigkeit. Eine Strukturanalyse des Romans macht den linearisierenden Zugriff auf Welt als zentrale Struktur unseres neuzeitlich-technischen Denkens und Handelns deutlich. Das «räumliche Erzählen» leistet auf allen Ebenen (Zeit, Raum, Ich-Welt-Verhältnis) Widerstand gegen linearisierendes Vorgehen. Gleichzeitig zeigt sich im Widerstand leistenden Erzählen ein poetisches Denken, das sich nicht in einem Ästhetizismus erschöpft, sondern vielmehr die anthropologische Dimension des Poetischen sichtbar macht.
Aus dem Inhalt: Widerstand leistendes Erzählen in Gerhard Köpfs Roman «Die Strecke» - Philosophische und anthropologische Dimensionen des Widerstand leistenden Erzählens (Intertextualität, Fiktion, Metapher, Lesen als Modell einer hermeneutischen Ich-Welt-Vermittlung). «Innerfern» und «Die Erbengemeinschaft.»