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documenta 1955

Eine Ausstellung im Spannungsfeld der Auseinandersetzungen um die Kunst der Avantgarde 1945-1960

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Ulrike Wollenhaupt-Schmidt

Die documenta gehört zu den wichtigsten Institutionen zeitgenössischer Kunst. Als sie 1955 zum ersten Mal stattfand, war sie von ihren Initiatoren als Einzelausstellung geplant: Die Kunst des 20. Jahrhunderts sollte erstmals umfangreich einem Publikum präsentiert werden, das - unter anderem aufgrund der nationalsozialistischen Kunstpolitik - mit einer modernen künstlerischen Sprache nicht vertraut war. Die besonderen Verdienste der documenta von 1955 liegen darin, daß hier für die moderne Kunst ein überzeugendes Plädoyer gehalten wurde, und das in einer Zeit, in der kritische Stimmen wie die Sedlmayrs vom Verlust der Mitte die Diskussion um die moderne Kunst prägten. Erst vor dem Hintergrund dieser Nachkriegsdebatte kann der Stellenwert einer Ausstellung ermessen werden, die sich - vergleichbar dem «Sonderbund» zum Fürsprecher der Kunst der Avantgarde machte.
Aus dem Inhalt: Die Ausstellungsarchitektur - Zur Ikonologie einer Ausstellungsinszenierung - Die Diskussion um moderne Kunst 1945-1960: Eine theoretische Grundlage für die documenta - Fünf Kunstausstellungen moderner Kunst mit Überblickscharakter: Zur Tradition einer an das Medium Kunst gebundenen Positionsbestimmung.