Show Less
Restricted access

Die mitleidlose Gesellschaft

Studien zu Verdachtsgenese, Ausgrenzungsverhalten und Prozeßproblematik im frühneuzeitlichen Hexenprozeß in der alten Grafschaft Nassau unter Johann VI. und der späteren Teilgrafschaft Nassau-Dillenburg (1559-1687)

Series:

Johanna Koppenhöfer

Die wissenschaftliche Hexenforschung hat sich bisher auf das Ausmaß der Hexenverfolgungen unter bestimmten Voraussetzungen beschränkt, ohne nach den Gründen für eine Hexereibeschuldigung zu forschen. In der vorliegenden Studie werden die bekannten Forschungsansätze - Konflikttheorie, Verarmung durch Bevölkerungsanstieg und Agrarkrisen, Disziplinierungsmaßnahmen des frühabsolutistischen Staates mitbehandelt und der aktuelle Forschungsstand dargestellt. Schwerpunkte der Arbeit sind das soziale Umfeld der Hexen, der Gegensatz zwischen Hexen und Heilern, das Zusammenspiel zwischen Dorfoligarchie und Landesherrschaft sowie die Problematik der Prozeßführung. Erstmals werden die Gründe für das Entstehen eines Hexereiverdachts und die daraus resultierenden Konsequenzen aufgezeigt.
Aus dem Inhalt: Forschungsüberblick - Religiöse und existenzielle Verunsicherung der Bevölkerung - Grundvoraussetzungen des Zaubereiverdachts - Teufelspakt und Schadenszauber - Ausgrenzungsverhalten der Gesellschaft - Macht und Ohnmacht der Verteidigung - Praktiken der Prozeßführung.