Show Less
Restricted access

«Schwellentexte» im Minnesang Walthers von der Vogelweide

Exemplarische Interpretationen ausgewählter Lieder

Series:

Martin Wenske

Der vorliegende Buch-Essay zum Minnesang Walthers von der Vogelweide unternimmt den Versuch, hochmittelalterlichen Dichtungen auf dem Wege «ästhetischen Denkens» (Wolfgang Welsch) zu begegnen. Dabei stehen weder als (im engeren Sinne) «progressiv» noch als «traditionell» anzusprechende Erscheinungsformen der Minnesangkunst Walthers im Vordergrund, sondern vielmehr Lieder des Übergangs selbst. L. 13, 33ff. («Maneger fraget waz ich klage») und L. 69, 1ff. («Saget mir ieman waz ist minne») werden als ästhetisch bedeutsame 'Schwellentexte' im Prozeß der Verwandlung und tiefgreifenden Umgestaltung des konventionellen Minnesangs durch Walther gelesen. Sie erscheinen zugleich, mit jeweils spezifischen Implikationen, als Beispiele «literarischer Provokation», als Kunstwerke, deren ästhetischer 'Wert' sich in einer «gebrocheneøn!, montierteøn! Gestalt» (Walter Haug) erblicken läßt.
Aus dem Inhalt: Walther «in der Reinmar-Tradition»? Zur Deutung von L. 13, 33: Die «rhetorische Überarbeitung» herkömmlicher Strukturen: L. 13, 33 als «systemimmanenter» Ausweg - Die Aufhebung des ästhetischen Strukturzusammenhangs: L. 69, 1ff.: Das zugrundeliegende «Modell» und seine Ironisierung - Die Revocatio.