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Die Masken des Erinnerns

Zur Ästhetisierung von Geschichte und Vorgeschichte der DDR bei Heiner Müller

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Matias Mieth

Diese Untersuchung stellt im Grunde einen vorweggenommenen Gegenentwurf zu Richard Herzingers vieldiskutierten «Masken der Lebensrevolution» dar. Müllers Texte werden nicht an Ideologemen gemessen, sondern in ihrer tatsächlichen Wirkung im Entstehungskontext DDR ernstgenommen. Abseits von ambitionierter Theorielastigkeit werden mit scheinbar traditionellen Analyseinstrumenten bisher vernachlässigte Entwicklungen in Müllers Werk herausgearbeitet. Tragisches und Komisches werden dabei als ästhetische Phänomene vorausgesetzt, auf die auch avantgardistische Kunst nicht verzichten kann. Analysen von «Germania Tod in Berlin» und «Wolokolamsker Chaussee» verdeutlichen die Gratwanderung des Dramatikers zwischen der Mythisierung historischer Abläufe und der Kritik an der Instrumentalisierung von Geschichte.
Aus dem Inhalt: Ästhetische Gestaltung einer idealisierten Hoffnung und ästhetisierende Analyse von Aporien ihrer Realisierung - Müller und Halbwachs - Der Schädelverkäufer: Müller zwischen Marxismus und Postmoderne - Klassenkrieg und Kontrollmythos: Tragik militarisierter Sozialstrukturen in «Wolokolamsker Chaussee».