Show Less
Restricted access

Berliner Lehrerbildung nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Pädagogische Hochschule im bildungspolitischen Kräftespiel unter den Bedingungen der Vier-Mächte-Stadt (1945-1958)

Series:

Sören Schuppan and Freie Universität Berlin

Die Untersuchung erörtert Fragen der Lehrerbildung nach dem 2. Weltkrieg. Mit der neuen Pädagogischen Hochschule in Groß-Berlin, auf die sich die vier Alliierten und das Gesamtberliner Volksbildungsamt verständigten, schien das Ziel der Ausbildung von reformorientierten Lehrern erreicht zu sein. Die weitergehenden Absichten der KPD bzw. SED blieben damals noch im Hintergrund. Mit der Spaltung der Stadt (1948) wurden auch die wissenschaftlichen Institutionen einer Zerreißprobe ausgesetzt. Fortan gab es zwei Stätten der Lehrerausbildung in Berlin, die eine unter dem Postulat freier Forschung und Lehre, die andere erst schwächer, dann stärker unter dem Diktat einer Ideologie, die sich in der Nachfolgeschaft von Marx, Lenin und Stalin begriff. Der ursprüngliche Plan konnte auch im Westen während der Ernst-Reuter-Zeit und danach nicht mehr aufrecht erhalten werden. Beamtenrecht und Lehrerausbildung wurden dem in voller Regeneration begriffenen Westen Deutschlands angepaßt. Nach einer langen Übergangszeit konnte erst 1958 die Lehrerausbildung in Berlin auf eine feste gesetzliche Grundlage gestellt werden.
Aus dem Inhalt: Entscheidungsinstanzen der vier Alliierten - Politische Vorgaben - Bildungspolitik deutscher kommunaler und vorstaatlicher Behörden - Anfänge der PH-Großberlin - Studentische Selbstverwaltung - Idee zentraler Übungsschulen - Vergleichbare Entwicklungen in Westdeutschland - Konkurrenz zur «Linden»-Universität - Wilhelm Blume, Eduard Spranger und Oswald Kroh als Antipoden.