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Der Topos 'Nähe' - Ernst Blochs Eintrittsstelle in die Sozialwissenschaften

Ein Beitrag zur Ontologie der modernen Gesellschaft

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Leo Bartonek

Die Vermittlung von Struktur und Praxis läßt sich ohne die Integration der Zeitdimension an zentraler Stelle nicht auf eine realistische und kohärente Weise konzeptualisieren. Dies gilt insbesondere in der gegenwärtigen Umbruchsituation der modernen Gesellschaft. In Auseinandersetzung mit den sozialtheoretischen Ansätzen von Habermas, Bourdieu und Giddens wie auch mit der 'Ontologie des Noch-Nicht-Seins' von Bloch wird ein neuer Topos vorgestellt, der es erlaubt, die soziale Realität als Prozeß zu erfassen: Gesellschaft als das 'uns nächste' Objekt 'ist' nicht, sondern 'wird' ständig aufs Neue hin in der Praxis ihrer Mitglieder. Die Hervorhebung des 'zukunftsoffenen Zeitkerns' jeder gesellschaftlichen Reproduktion ermöglicht nicht nur die Überwindung dualistischer Konzepte, sondern auch, der Kreativität des menschlichen Handelns gerecht zu werden.
Aus dem Inhalt: Ein neuer Topos - Doppeltes Problem, doppeltes Erfassen - Offener Realismus - Geschlossener und offener Zusammenhang - Vorgegebene und tätige Offenheit - Denken nach vornhin - Hermeneutik des Vorsichgehenden - Der Topos des Sozialen und der Demokratie.