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Rechtsprobleme des Schwangerschaftsabbruchs bei Anenzephalen

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Susanne Gescher

Die Anenzephalie ist eine in der embryonalen Entwicklung entstehende Fehlbildung, gekennzeichnet durch das Fehlen des Großhirns. Aufbauend auf der Darstellung des medizinischen Sachverhaltes untersucht die Arbeit den strafrechtlichen Schutz des Anenzephalen unter dem Gesichtspunkt des Schwangerschaftsabbruchs. Im Vordergrund steht die Frage nach dem rechtlichen Status der anenzephalen Frucht, den Kriterien ihres «Lebens», der Tragweite der Hirntoddefinition. Hierzu wird erstmalig eine eingehende, diskursiv angelegte juristische Analyse vorgelegt. Ausgangspunkt ist eine Systematisierung der im vorwiegend medizinethischen Schrifttum geführten Diskussion unter Einbeziehung der in den USA zum (rechts)ethischen Status des Anenzephalen erörterten Positionen. Untersucht wird ferner, ob die für die kindliche Indikation geltende 22-Wochenfrist auch im Falle der anenzephalen Leibesfrucht zu beachten ist.
Aus dem Inhalt: Medizinische Grundlagen der Anenzephalie - Die anenzephale Leibesfrucht als Tatobjekt eines Schwangerschaftsabbruchs gem. 218 StGB: Grenzziehung zwischen Leben und Tod - Die anenzephale Leibesfrucht im Anwendungsbereich der kindlichen Indikation gem. 218 a StGB: Durchbrechung der 22-Wochenfrist? - Frage einer gesetzlichen Ausnahmeregelung.