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'Mit Wörtern das Ende aufschieben'

Konzeptualisierung von Erfahrung in der «Rättin» von Günter Grass

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Arnd Flügel

Die Studie ist eine Gesamtinterpretation der «Rättin». Leitmotiv der Darstellung ist ein gleichfalls poetischer wie politischer Anspruch des fiktiven Ich-Erzählers, mit Wörtern das drohende Menschheitsende aufzuschieben. In den einzelnen Binnenepisoden der «Rättin» untersucht der Verfasser verschiedene Perspektivierungen von Wirklichkeit und analysiert die Erzählung als eine ästhetische Form ideologiekritischer Erfahrungsbildung des fiktiven Erzählers. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht das Bemühen des Erzählers, die Aufmerksamkeit des Lesers auf soziale wie kulturelle Verdrängungsmechanismen zu lenken. Diese Methodik gründet auf der Prämisse, daß Sprache selbst bereits ein Organ der Erfahrungsbildung darstellt, in der sich die Wahrnehmungen des Erzählers widerspiegeln. Theoriegeschichtlich bestimmt Adornos negativ-dialektischer Erfahrungsbegriff die Methodik, im Medium der Sprache das Unbegriffliche transparent zu machen.
Aus dem Inhalt: Erkenntnistheoretische Grundlagen des Erfahrungsbegriffs, Aspekte von Adornos Erfahrungsbegriff - Die Sisyphosarbeit des Schreibens: Skizze zu Grass' Poetik - Dialogbeziehung von Ich-Erzähler und Rättin - Konzeptualisierung von Erfahrung.