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Das Nuo von Guichi

Eine Untersuchung zu religiösen Maskenspielen im südlichen Anhui

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Stefan Kuzay

Das Nuo ist eine Gattung des religiösen Maskentheaters, die in ihren Ursprüngen auf Hanzeitliche (206 v.-220 n.Chr.) Neujahrsrituale zurückgeht. Mit der Gründung der Volksrepublik China verschwanden solche volksreligiösen Bräuche wie das Nuo und erleben erst heute, mit der Politik der Öffnung, eine vorsichtige Renaissance. In Anhui, im Kreis Guichi, fand sich eine solche wiederbelebte Nuo-Tradition, der sich diese Arbeit widmet. Im Gegensatz zum klassischen Nuo wird hier erstmals eine der heutigen Formen dargestellt. Gestützt auf Material aus Feldforschungen erfolgt eine Analyse der verschiedenen Elemente des Nuo von Guichi. Mit Hilfe der Ritualtexte und Libretti wird Licht auf die ihnen zugrunde liegenden Austreibungsrituale und die Urspünge des chinesischen Theaters geworfen. Die Arbeit gibt Einblick in die Kontinuität religiöser Traditionen angesichts der gesellschaftlichen Umwälzungen im heutigen China und prüft nach, inwiefern die alten Familienstrukturen geeignet sind, sich den modernen Entwicklungen anzupassen.
Aus dem Inhalt: Entwicklung des exorzistischen Nuo-Rituals von der Han-Zeit bis zur heutigen Nuo-Oper von Guichi - Historische und literarische Quellen - Fortbestehen volksreligiöser Bräuche im modernen China - Übersetzung und Analyse von Ritualtexten und Libretti - Bedeutung des Erdgottkultes für die traditionellen Klanstrukturen im südlichen Anhui.