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Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter

Im Auftrag des Goethe- und Schiller-Archivs nach den Handschriften herausgegeben von Max Hecker

J.W. von Goethe and K.F. Zelter

Karl Friedrich Zelter, neun Jahre jünger als Goethe und diesen um wenige Monate überlebend, gehörte zu dessen wenigen Duz-Freunden. Als Maurermeister begann er, mit 42 Jahren dirigierte er die Berliner Singakademie. Vielleicht war es diese geistige und menschliche Spannweite, die das Bündnis zwischen Dichter und Komponisten von 1796 an zu einer exemplarischen Freundschaft werden liess. Zelter, der 1808 die erste 'Liedertafel' gründete und 1820 das Institut für Kirchenmusik in Berlin übernahm, war um die Händel- und Bachpflege hochverdient, vertonte aber auch Goethes und Schillers Lieder, Balladen und Singspiele, womit er sich besonders Goethes Dank erwarb. Wenn Zelter sagen konnte: «Mit keinen Worten aber bin ich vorsichtiger, ja keuscher umgegangen als mit den Deinigen», so antwortete Goethe: «Deine Compositionen fühle ich sogleich mit meinen Liedern identisch». Zelters männliche, mitunter direkte Art, seine charakterliche Unantastbarkeit, vor allem aber sein entschiedenes, freilich gegen manches Neue zurückhaltende Urteil auf musikalischem Gebiet haben Goethes Musikauffassung durch über drei Jahrzehnte und in zunehmendem Masse geprägt. Es gibt wenige Korrespondenzen Goethes, die ein menschlich so sympatisches, fachlich ins Detail gehendes und an Poetik und Musiktheorie für die Klassik so gewichtiges Dokument bilden wie der Briefwechsel Goethe-Zelter.