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Die ungeliebte «Zivilisation»

Zivilisationskritik und Ethnologie in Deutschland im 20. Jahrhundert

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Michael Spöttel

Der für diese Arbeit relevante Begriff der Zivilisation bezieht sich auf das für die deutsche Geistesgeschichte bedeutsame Gegensatzpaar zwischen deutscher Kultur und westlicher Zivilisation. Für weite Kreise des Establishments in Deutschland geriet die Zivilisation spätestens nach dem 1. Weltkrieg zum Symbol des Abzulehnenden. Der Haß richtete sich in erster Linie gegen die scheinbaren Begründer und Träger der Zivilisation: die Juden. Die Publikationen bekannter Ethnologen müssen in diesem Kontext gelesen werden. Der Dualismus zwischen Kultur und Zivilisation ist konstitutiv für die ethnologischen Theorien von Leo Frobenius und Wilhelm E. Mühlmann. Die Spur dieser Zivilisationskritik ist nach dem 2. Weltkrieg nicht abgerissen. Dies ergibt eine Analyse der Texte von Adolf E. Jensen, Werner Müller, Hans Peter Duerr und Vertretern der Ethno-Ökologie.
Aus dem Inhalt: Zur deutschen Ideologie: Antisemitismus und Habitusentwicklung in Deutschland - Ethnologie und Ideologie vor 1945: Leo Frobenius und Wilhelm E. Mühlmann - Zivilisationskritik von deutschen Ethnologen in der Nachkriegszeit: Adolf E. Jensen und Werner Müller - Zivilisationskritische Strömungen in der deutschen Ethnologie der Gegenwart.