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«Verwesende Zeit»

Die Erzählungen Karl Immermanns

Series:

Mirjam Springer

In Immermanns Erzählungen kristallisiert sich bürgerliches Bewußtsein der Restaurationszeit. Wenn man die Papierfenster eines Eremiten, den Neuen Pygmalion und den Carnaval und die Somnambüle endlich einmal nicht als 'Fingerübungen' für die Romane betrachtet, sondern sie in ihrem literarhistorischen und sozialgeschichtlichen Kontext interpretiert, wird deutlich, wie diese Texte gegen die Ideologie von einer verwesenden Zeit nicht ankommen, mit der sie versetzt sind. Und dort läßt sich dann die ästhetische Qualität beschreiben, wo im Erzählverfahren das nebulose Leiden des Einzelnen 'an der Zeit' als gesellschaftliches erkennbar wird.
Aus dem Inhalt: Immermanns Erzählungen interpretiert als Kristallisationen bürgerlichen Bewußtseins der Restaurationszeit: als Inventur dessen, was noch Sinn stifte (Die Papierfenster eines Eremiten) - als Ausverkauf einst utopischer Kategorien (Der neue Pygmalion) - als Bankrotterklärung restaurativer Harmonisierungsversuche (Der Carnaval und die Somnambüle)