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Frauenliteratur des Mittelalters - Mythos oder Wirklichkeit?

Weibliche Stimmenregister in der französischen Lyrik des 12. und 13. Jahrhunderts

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Gudrun Daul

Der Begriff 'Frauenlieder' strahlt viel von der ungeheuren Anziehungskraft aus, die das künstlerisch ausgebildete Weibliche evoziert: Es bildet Anlaß zu den schillerndsten, wissenschaftlich oft fragwürdigen Imaginationen über weibliches Denken, Fühlen und Sprechen. In diese Lücke stößt die poetologisch-feministisch orientierte Arbeit. Auf der Basis eines sorgfältig zusammengestellten und erschlossenen Textkorpus sucht sie nach einer topographischen Neubestimmung speziell der französischen Frauenlyrik des Hochmittelalters. Die hier erfaßten Stücke enthüllen sich als contre-textes. Sie orchestrieren ein vielfach variiertes, poetisches Rollenspiel, das offen ist für verschiedene Ausdifferenzierungen und Neuakzentuierungen innerhalb des größeren romanischen Rahmens oralo-lyrischer Traditionsbildung.
Aus dem Inhalt: Systematische Auseinandersetzung mit wesentlichen Methoden und Leistungen feministischer Wissenschaft und Skizzierung ihrer Berührungspunkte mit den ideologischen bzw. empirisch-soziologischen Aufgabenfeldern der Mediävistik - Anhand des Paradigmas 'altfranzösische Frauenlyrik' Diskussion der Probleme und Möglichkeiten, die sich aus der Annahme einer feministischen Forschungsperspektive ergeben - Situierung der weiblichen Stimmenregister der französischen Lyrik im Kontext mittelalterlicher Frauenliteratur.