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Die Rolle von Ereignisdetails bei der Erinnerung an Datum und Dauer öffentlicher Ereignisse

Zur Funktion von Erinnerungserfahrungen bei der zeitlichen Verortung von Begebenheiten

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Martin Schmela

Welche Rolle spielt die Anzahl erinnerter Ereignisdetails bei der zeitlichen Verortung von Begebenheiten? In mehreren Experimenten wurden Einzelheiten verschiedener Ereignisse (wie etwa des Challenger-Unglücks oder der Freilassung Mandelas aus dem Gefängnis) vorgegeben oder aber von den Befragten selbst erinnert. Werden die Ereignisse um so jünger datiert, je mehr Einzelheiten dazu erinnert werden (getreu dem Motto: wenn mir so viele Details vor Augen stehen, kann das Ereignis noch nicht lange zurückliegen) oder/und erhöht sich damit die absolute Datierungspräzision? Neben der Präsentation von Antworten auf diese Fragen werden ähnliche Überlegungen auf die Erinnerung an die Dauer von Begebenheiten übertragen. Resultate der durchgeführten Studien ergeben außerdem Erkenntnisse zu kommunikativen Einflüssen der Befragungsinstrumente und zur Beziehung von subjektivem Vertrauen in Erinnerungsangaben und deren Güte. Implikationen der ermittelten Befunde für die Verbesserung von Datierungen im Alltag und in professionellen Umfragen werden erörtert.
Aus dem Inhalt: Das Forward Telescoping-Phänomen - Erinnerungsstrategien - Autobiographisches Gedächtnis - Accessibility- und Availability-Heuristik - Zur informativen Funktion subjektiver Erinnerungserfahrungen - Vorgegebene versus selbst erinnerte Ereignisdetails - Frage nach Datum oder Distanz des Ereignisses - Vertrauen in Erinnerungen - Kommunikative Einflüsse des Befragungsinstrumentes.