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Alles geordnet mit Maß, Zahl und Gewicht

Der Idealplan von Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Die Ordnungsprobleme von Bachs Kunst der Fuge (in der Fassung des Originaldrucks) sind ein zentraler Gegenstand der auf dieses Werk gerichteten Forschung. Dank akribischer Quellenstudien wurden in der jüngeren Vergangenheit beachtliche Fortschritte gemacht, wenngleich das Endziel, nämlich Bachs Idealplan aufgrund dezidiert philologischer Methoden zu rekonstruieren, bislang unerreicht geblieben ist. Das Hauptproblem liegt dabei in der Plazierung der Kanons. Diese Studie bietet einen neuen Lösungsvorschlag, der die Arbeit der Vorgänger kritisch würdigt und sie auf einer verbreiterten methodischen Basis fortsetzt. Ein bislang vernachlässigtes autographes Dokument ermöglicht den entscheidenden ersten Rekonstruktionsschritt. Des weiteren legt der Autor nach und nach ein ausgeklügeltes werkimmanentes Ordnungssystem frei: Offensichtlich ist der gesuchte Idealplan durch Zahlenproportionen determiniert, die wiederum auf eine axialsymmetrische Anlage des Zyklus hindeuten. Durch Ableitung der erkennbaren Ordnungsprinzipien lassen sich die noch ausstehenden Kanonpositionen ermitteln. Zum Schluß werden spezielle Fragen im Zusammenhang mit den Spiegelfugen behandelt. Insgesamt ist die Studie für das Verständnis des architektonischen Denkens des «späten» Bach von außerordentlicher Bedeutung.
Aus dem Inhalt: Ein neuer Versuch, Bachs Idealplan der Kunst der Fuge zu rekonstruieren. Er verläuft in vier Schritten: 1. Untersuchung der autographen Stichvorlage des Augmentationskanons. 2. Freilegung von werkimmanenten Symmetrie- und Proportionsverhältnissen. 3. Rekonstruktion der Kanonpositionen. 4. Diskussion der Satzstellung der Spiegelfugen.