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Zur Zeitproblematik in Baltasar Graciáns «El Criticón»

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Korinna Hiersche

Baltasar Gracián gehört zu den Klassikern der spanischen Barockliteratur und ist dem deutschen Leser besonders durch sein «Handorakel» in der Übersetzung Schopenhauers bekannt. Das «Criticón» ist das letzte große Werk Graciáns. Sein epochentypischer zyklischer Zeitbegriff erweist sich darin als strukturell prägend, sowohl für die Gestaltung der narrativen Zeit als auch für die Darstellung der Figuren. Auch inhaltlich spielen Zeit und Geschichte hier wie im gesamten Schaffen des Autors eine herausragende Rolle. Seine Zyklentheorie steht dabei in früheren Schriften einem Fortschrittsdenken, im «Criticón» hingegen einer Korruptionsdoktrin nahe. Dieser Wandel spiegelt den Niedergang der spanischen Weltmacht im 17. Jahrhundert, was das «Criticón» zu einem bedeutenden Zeitdokument macht.
Aus dem Inhalt: Theoretische Grundlegung - Gattungsproblematik - Raum und Zeit - Statik und Dynamik der Hauptfiguren - Lebensalterallegorie - Das Rad der Zeit - Das Goldene Zeitalter - Geschichtsschreibung - Dekadenzbewußtsein.