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Emanzipation gegen Anthropomorphismus: Der literarisch bedingte Wandel der goethezeitlichen Bildungsgeschichte

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Edmund Brandl

Zum 200. Geburtstag der «Lehrjahre» werden die Bedeutungen dieses Bildungsromans nicht kon-, sondern rekonstruiert, was einige Überraschungen zeitigt. Im «Nachtwachen»-Kapitel erledigt der Nachweis eines scholastischen Erzählens die 'Nihilismus'-These. Die Aufdeckung des 'Textilien'-Komplexes in Chamissos «Schlemihl» ermöglicht der Arbeit die Lösung des 'unlösbaren' Schattenrätsels. Zu Hoffmanns «Prinzessin Brambilla» wird gezeigt, wie umfassend und mit welch weitreichenden Folgen für die Textbedeutungen hier vom Theorem das 'animalischen Magnetismus' Gebrauch gemacht ist. Die Rekonstruktion des systematischen Bezugs der vier Dichtungen auf einander führt zu dem Aufweis der literarischen Bedingtheit des Wandels der goethezeitlichen Bildungsgeschichte, der den vorherrschenden Soziologismus hierzu in die Schranken weist.
Aus dem Inhalt: Einleitung: Intrasystemwandel als Folge eines Systemproblems - Goethes «Wilhelm Meisters Lehrjahre» - «Nachtwachen. Von Bonaventura» - Chamissos «Peter Schlemihls wundersame Geschichte» - Hoffmanns «Prinzessin Brambilla» - Die Wandlungen zwischen den Systemaktualisierungen - Schlußfolgerungen.