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Die sechsjährige Grundschule

Geschichtliche Entwicklung und gegenwärtige Gestalt aus pädagogischer und politischer Perspektive

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Jochen Riege

Obwohl schon im 19. Jahrhundert um die «Einheitsschule» gestritten wurde und die heftigsten Debatten um die Frage der «Grundschuldauer» in den Zeiten nach dem 1. und 2. Weltkrieg stattfanden, ist dieses Problem keineswegs historisch abgeschlossen: In West-Berlin dauert die Grundschule seit fast 50 Jahren sechs Jahre, Ost-Berlin und Brandenburg übernahmen im Zuge der Eingliederung der ehemaligen DDR das West-Berliner Modell. Auch in Sachsen-Anhalt wird darüber verhandelt. In Hessen (Marburg) existiert ein Schulversuch «Sechsjährige Grundschule», und hier wie in Bremen gibt es aktuelle Diskussionen um die Einrichtungen weiterer Schulversuche, die die äußere Reform (verlängerte Grundschuldauer) mit einer inneren reformpädagogischen Umgestaltung verbinden. Daher widmet sich diese Arbeit nicht nur in hermeneutisch-ideologiekritischer Methodik den historisch-politischen Fragestellungen nach den Akteuren dieser Auseinandersetzungen, ihren Bündnissen, Strategien und Argumenten, sondern beleuchtet zudem mit Hilfe von Befragungen und Unterrichtsbeobachtungen ausführlich die pädagogische Praxis und die aktuelle Perspektive dieser in Berlin und Marburg erfolgreichen Schulform.
Aus dem Inhalt: Schulorganisationsmodelle von der Französischen Revolution bis zum 1. Weltkrieg - Politische und pädagogische Kontroversen um die Gestalt und Dauer der Grundschule nach dem 1. Weltkrieg - Auseinandersetzungen um die sechsjährige Grundschule zu Beginn der Bundesrepublik (1945-1958) - Die sechsjährige Grundschule in West-Berlin von der Diskussion des Rahmenplans (1959) bis heute - Der hessische Modellversuch einer sechsjährigen Grundschule in Marburg und die bundesweite Perspektive dieser Schulform.