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Judenfeindschaft im Zeitalter der Aufklärung

Eine Studie zur Vorgeschichte des modernen Antisemitismus am Beispiel des Göttinger Theologen und Orientalisten Johann David Michaelis (1717-1791)

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Anna-Ruth Löwenbrück

Die geistigen Wurzeln des modernen Antisemitismus reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Unter dem Eindruck der Aufklärung transformierte sich die bis dahin theologisch legitimierte Judenfeindschaft in eine säkularisierte, pseudowissenschaftliche. Zwar bahnte die Aufklärung der Judenemanzipation den Weg, doch benutzten auch deren Gegner aufklärerische Denkmodelle. Einer der vehementesten Vertreter einer «aufgeklärten» Judenfeindschaft war der Göttinger Theologe und Orientalist Johann David Michaelis (1717-1791). Seine Argumente in der ersten öffentlichen Auseinandersetzung um die Judenemanzipation 1782 dienten jenen als Arsenal, die einige Jahrzehnte später antisemitische Rassentheorien entwickelten und damit einen unheilbringenden Mythos schufen.
Aus dem Inhalt: Zur rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lage der Juden im 18. Jh. - Judenemanzipation und Judenfeindschaft - J.D. Michaelis, Orientalist, Bibelkritiker, Sachverständiger in 'Judensachen' - J.D. Michaelis, und Moses Mendelssohn - Michaelis, ein Vordenker des modernen Antisemitismus.