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Yaman und Multani

Konstanz, Variabilität und Veränderung in zwei nordindischen Ragas

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Hans Neuhoff

Indische Musik, das größte modale Musiksystem der Welt, wird seit Jahrhunderten mündlich tradiert. Entgegen älteren Auffassungen, die in einem traditionalistischen Milieu eine hohe Konstanz der Strukturbildung erwarteten, nimmt die neuere Forschung dabei mögliche Veränderung nicht nur der Stile, sondern auch der inneren Form oder «Grammatik» der indischen Melodiemodelle an. Anhand von zahlreichen Tonaufnahmen aus der Zeit von 1905 bis zur Gegenwart wird die Entwicklung von zwei der bedeutendsten Ragas unter den Leitaspekten von Konstanz, Variabilität und Veränderung beschrieben und analysiert. Dabei zeigt sich, daß sowohl musikalisch-interne wie externe (soziale) Faktoren den Prozeßverlauf bestimmen. Einseitig skalentheoretische oder materialistische Ansätze können daher in ihren Prämissen und ihrer Reichweite anhand konkreter Fälle korrigiert und zugleich miteinander vermittelt werden.
Aus dem Inhalt: Musikforschung in Indien - Bestand und Veränderung als Kulturprozeß - Repertoire und Repertoireforschung - Schellackplatten und andere Tonträger - Skalentheorie und sozialer Kontext - Yaman und Multani im 20. Jahrhundert.