Show Less
Restricted access

Die Funktion des militärischen Planens bei Tacitus

Der Kriegsrat von Bedriacum im zweiten Buch der Historien als Paradigma für das Verhältnis von Rat und Tat

Series:

Peter Horst Herzog

Die vorliegende Untersuchung sollte sich ursprünglich ganz generell mit dem militärischen Planen und dessen Funktion bei Tacitus beschäftigen. Bald wurde erkannt, daß dieser Ansatz bei dem genialen Historiker ungeeignet ist: Das Anführen von Planungssituationen ist in den beiden historiographischen Hauptwerken des Tacitus von einer überraschend hohen Frequenz und großer Komplexität in der Darstellung. Der Autor konnte im Verlauf seiner rund zwölfjährigen Forschungstätigkeit herausfinden, daß im ersten Hauptwerk, den Historien, ein regelrechtes Verbundsystem des militärischen Planens und seiner Handlungskonsequenzen existiert. Auch konnten dabei verschiedene Intensitätsstufen und fixe Motive des Planens und Handels im Kriege festgestellt werden. Die klare funktionale Ausrichtung fast aller dieser Planungs-Handlungs-Situationen aber wies auf ein einziges, bedeutsames militärisches Planungsereignis im 2. Historienbuch hin: den Großkriegsrat zu Bedriacum (hist. II, 32/33).
Aus dem Inhalt: Vielfalt und Hierarchie des militärischen Planens - Exemplarische Analyse der Vielfalt, Darstellung und Funktion des militärischen Planens bei Tacitus anhand des Kriegsrats von Bedriacum - Motive, Strukturen, Intensität und Varianten des Planens und Handelns - Historizität und Objektivität der Darstellung - Traditionslage - Funktion des militärischen Planens.