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Embryonenforschung und Familie

Zur Politik der Reproduktion in Großbritannien, Italien und der Bundesrepublik

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Michaela Betta

Die Geburt von Louise Brown, des ersten außerhalb eines weiblichen Körpers gezeugten Kindes, erregte 1978 weltweit Aufsehen. Sie führte zu Auseinandersetzungen über die ethische Zulässigkeit dieser neuen Praktik, bei welcher der menschliche Embryo im Labor gezeugt wird. Das Ereignis dokumentiert eine veränderte Haltung gegenüber «dem Leben», denn die daran anschließende Embryonenforschung bedeutet einen Zugriff auf die vitalsten Substanzen und Ressourcen der Menschheit und ferner des Tierreichs, die nun reorganisiert und sogar kombiniert werden können. Diese Praxis dokumentiert auch eine veränderte Haltung gegenüber dem Körper und den Verwandtschaftsverhältnissen, da neue Familienformen ermöglicht werden, bei denen soziale Figuren wie die Mutter, der Vater und das Kind mit anderen Bedeutungen umrissen werden müssen. In dieser Arbeit werden im Fall Großbritanniens, Italiens und der Bundesrepublik Deutschland die verschiedenen diskursiven Strategien und politischen Konflikte untersucht, die eine neue Ordnung der Moral bedingen, wobei es auch um demokratische Optionen geht.
Aus dem Inhalt: Die Strategie des Lebens - Ethikkommissionen als diskursive Mittel politischer Ordnung - Embryonenforschung: Embryonenpolitik in Großbritannien, Die Taktik oder Politik der Nicht-Entscheidung in Italien, Die Moral in Deutschland - Reorganisation der Familie - Das Ende des Individuums.