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Das Syndrom «Leitungsaphasie»

Klassische Fallstudien - Klassische und moderne Modelle

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Kerstin Köhler

Das Syndrom Leitungsaphasie wurde erstmals in Wernickes Doktorarbeit (1874) erklärt und mit zwei Fallbeschreibungen dokumentiert. Aus diesen geht hervor, daß Kardinalsymptome phonematische Paraphasien mit Approximationsversuchen sein sollen. Das zugrundeliegende Defizit nannte Wernicke eine «Korrekturstörung». In der modernen Aphasiologie gilt die Leitungsaphasie vielfach als Nachsprechstörung. Ein Blick auf die Fallbeschreibungen aus der klassischen deutschen Aphasieforschung zeigt, daß die Diagnose «Leitungsaphasie» bei Patienten mit unterschiedlichen Symptombildern gestellt wurde. Ein Vergleich zwischen modernen und klassischen Theorien der Sprachproduktion macht die Präzision und Scharfsinnigkeit von Wernickes Theorie deutlich.