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Zur Hypothesenbildung. Das Problem der epistemologischen Voraussetzungen wissenschaftlicher Prinzipien bei William Whewell

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Alvaro Corral

Der englische Erkenntnis- und Wissenschaftstheoretiker William Whewell (1794-1866) geht davon aus, daß das Phänomen der Entdeckung, Entstehung, Formulierung, Verbesserung und Verwerfung wissenschaftlicher Theorien weder mit dem Instrumentarium des Empirismus noch mit dem des Rationalismus erklärbar ist. Mit der Annahme eines kritischen Realismus, im Anschluß an Kants theoretische Philosophie und manche Aspekte des kritischen Rationalismus von Popper vorwegnehmend, stellt Whewell erneut die Frage nach der Möglichkeit nicht-analytischer, allgemeiner und doch notwendig geltender Aussagen über die Welt auf. Whewell lehnt aber die Lösung Kants einer transzendentalen Deduktion der Verstandesbegriffe ab und bietet eine moderne Antwort an, ohne die historizistischen Züge des Nachkantischen Idealismus anzunehmen.
Aus dem Inhalt: Ontologische Antithese zwischen Dingen und Ideen: Whewells Auseinandersetzung mit Kants theoretischer Philosophie - Epistemologische Antithese zwischen Theorien und Tatsachen: Theoretische Grundlage der Wahrnehmung - Wissenschaft nicht nur als erkenntnistheoretische, sondern auch als methodologische Leistung - Das Problem einer Erklärung wissenschaftlichen Fortschritts - Der Vorschlag Whewells.