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«... wollet mir jetzt durch die phantastisch verschlungenen Kreuzgänge folgen?»

Metaphorisches Sprechen in der Musikkritik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

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Heike Stumpf

Poetisierende Musikbeschreibungen werden von der Wissenschaft, von Musikern und Konzertbesuchern heute mehr belächelt als ernst genommen. Durch das Ansprechen von Einbildungskraft und Gefühl haben sie aber eine Unmittelbarkeit, die der kompositionstechnischen Analyse in der Regel fehlt. Die Wurzeln einer metaphorischen Musikbeschreibung um die Wende zum 19. Jahrhundert sind dabei gleichermaßen historisch wie systematisch zu fassen. Zahlreiche Zitate aus den Fachzeitschriften bis zur Jahrhundertmitte dokumentieren die Herausbildung eines festumrissenen Bildervorrats, um musikalische Eindrücke zur Sprache zu bringen. Der kreative Umgang mit Beschreibungskonventionen ist für die Musikkritiken von E.T.A. Hoffmann, Adolf Bernhard Marx, Ludwig Rellstab und vor allem Robert Schumann kennzeichnend.
Aus dem Inhalt: Literarischer Unsagbarkeitstopos und Metaphysik der reinen Instrumentalmusik - Musikalische Kritik als Problem - Metaphorische Elemente einer poetisierenden Musikbeschreibung - Satzcharaktere als Tongemälde - Textunterlegung und Literaturvertonung - Beethoven als Ideenkomponist - Salonmusik und Satire - Die Rezension als Kunstform.