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Lateinische Verbalperiphrasen vom Typ «amans sum» und »amatus fui»

Valenz und Grammatikalisierung (Primäres Textkorpus: Ovid)

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Roland Hoffmann

Das Lateinische, Prototyp einer flektierenden Sprache, zeigt gleichwohl eine Tendenz zur Bildung von periphrastischen Verbformen. Das wahre Ausmaß von Periphrasen mit dem Auxiliar esse wird dabei jedoch oft durch die Möglichkeit der Adjektivierung von Partizipien verdunkelt, zumal hier formale Abgrenzungskriterien versagen. Diese Arbeit stellt den Versuch dar, Periphrasen vom Typ amans sum und amatus fui funktional von Kopula-Verbindungen mit adjektiviertem Partizip abzugrenzen. Den methodischen Ansatz bildet die Theorie der Verbvalenz. Nach theoretischen Vorklärungen werden sämtliche Belege von prädikativ mit esse bzw. fuisse verbundenen Präsens- und Perfektpartizipien aus einem Autorenkorpus (Ovid) analysiert. Im Falle des Syntagmas amans sum, das als Periphrase in der bisherigen Forschung umstritten war, wird in einem weiteren Untersuchungsteil auch das Korpus von Plautus, Cicero und Vitruv einbezogen. Die Arbeit ist nicht nur eine notwendige Voraussetzung für weitere Aspektuntersuchungen im Lateinischen, sondern zugleich ein Beitrag zur praktischen Anwendung der Valenztheorie Lucien Tesnières.
Aus dem Inhalt: Das Problem der Abgrenzung von Verbalperiphrase und Kopulaprädikat im Falle der Syntagmen amans sum und amatus fui - Die Valenzanalyse als Abgrenzungsmethode 1: Theoretische Begründung - Die Valenzanalyse als Abgrenzungsmethode 2: Praktische Anwendung auf das Ovid-Korpus - Der Typ amans sum bei anderen Autoren (Plautus, Cicero, Vitruv).