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Il était un petit navire...

Zur Archäologie der "Narrenschiff</I>-Phantasien Michel Foucaults

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Raimund Kemper

Foucault will der Vernunft den Prozeß machen. Doch seine kritische Kritik an der 'disziplinierenden' Ordnung der Dinge bleibt trotz dem rebellischen Gestus, mit dem sie auf der sozialen 'Nachtseite' abenteuert, ihrem Untersuchungsgegenstand allzu sehr verhaftet, der bloß ein imaginärer ist: die stultifera navis, ein Phantom gegen die (angebliche) Freiheit des Irrationalen - für diese eifert der 'Archäologe des Wissens' in fragwürdiger Apologie.
Am konkreten Textbeispiel, dem 'Narrenschiff'-Kapitel des Buches Wahnsinn und Gesellschaft, das - wen wundert's? - in der Literaturwissenschaft Schule gemacht hat, geht der Verfasser der vorliegenden Studie dem metahistorischen Hermetismus Foucaults auf den Grund. Er zeigt, daß die gesellschaftliche Erfahrung der 'Narrheit' (ihr angebliches Kreisen um den Gedanken der 'Internierung' und 'Deportation') nicht die idyllische Sichtweise gestattet, in der die Aufklärung, als wäre die Herrschaft der Funktionsimperative des bürokratischen Anstaltsstaates die soziologische Quintessenz der Moderne, für die säkularen Greuel verantwortlich gemacht wird.
Aus dem Inhalt: Ein entropisches Phantom - Zur Irr-Realität der Fiktion - Es kan nit yeder narren machen - Höllenfahrt der närrischen Metapher - Der Diskurs als Datenbörse für divinierende Spekulanten - Diskursive Untiefen - Im Steinbruch der Pseudo-Archäologie oder ein maître penseur als Sinnsieber.