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Zwischen Kapitalarmut und Kapitalexport

Zum Problem der Auslandsinvestitionen deutscher Großbanken am Beispiel der Eisenbahnunternehmen der Deutschen Bank in Südosteuropa und dem Osmanischen Reich zwischen 1888 und 1914

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Jens Nagel

Vor dem Hintergrund der sozio-ökonomischen Veränderungen im Deutschen und Osmanischen Reich zwischen 1870 und 1914 wird dargestellt, wie die Zusammenarbeit zwischen deutscher Hochfinanz und Diplomatie im Zusammenhang mit den Direktinvestitionen der Deutschen Bank im osmanischen und südosteuropäischen Eisenbahnbau aussah. Geprägt war die Kooperation von einem hohen Maß an Interessenübereinstimmung. Die Direktion der Deutschen Bank räumte der Realisierung ihrer geschäftspolitischen Ziele jedoch immer den Vorrang ein. Sie wurde nicht zum Befehlsempfänger des Auswärtigen Amtes, da die Rendite letztendlich wichtiger als der Gewinn politischen Prestiges angesehen wurde. Zudem arbeitete die europäische Hochfinanz bei der wirtschaftlichen Durchdringung des Osmanischen Reiches bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs eng und erfolgreich zusammen. Nicht fehlende Verständigungsbereitschaft bei den Bankiers, sondern die aggressiver werdende deutsche Außenpolitik machte die Bagdadbahn zum Politikum.
Aus dem Inhalt: Strukturveränderungen im deutschen Bankenwesen zwischen 1870 und 1914 - Entwicklung des deutschen Kapitalexports vor 1914 - Politische und ökonomische Rahmenbedingungen für den deutschen Kapitalexport im Osmanischen Reich - Eisenbahnunternehmen der Deutschen Bank in Südosteuropa und im Osmanischen Reich.