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«vremder bluomen underscheit»

Erzählen von Fremdem in Wolframs «Willehalm»

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Christoph Alexander Kleppel

Den Einfall heidnischer Heere in die Provenze nimmt Wolframs Willehalm als Anlaß zu der Frage, worin «Fremdheit» besteht. Diese Interpretation zeichnet nach, wie die Begegnung zweier Kulturen erzählerisch inszeniert wird. Nicht nur auf dem Schlachtfeld, auch im sozialen Raum - so führt der Text vor - stellt sich dem Betrachter die Aufgabe, die Kategorien der eigenen Wahrnehmung und Deutung kritisch zu reflektieren, um den andersartigen Gegenüber in seiner Vielschichtigkeit richtig zu erkennen. Entdeckt werden können auf diese Weise Punkte, an denen der Fremde verstehbar erscheint. Sie führen zu der Möglichkeit, eine neue Haltung zum Fremden zu finden. Übrig bleibt die Differenz in der Religion. Aus der erzählten Erfahrung der militärischen Auseinandersetzung formuliert der Roman ein Denkangebot, das am Schluß zur Diskussion gestellt wird: Ändern muß sich nicht der Fremde, sondern die Einstellung, die man zu ihm hat.
Aus dem Inhalt: Überschneidungsbereich der höfischen Kulturen - «wunder»: Ausstattungsobjekte und Fremdkörper - Fremdsprachenkompetenz als Ausgangspunkt von Versöhnungshandeln - Das Eigene als Fremdes: Willehalm - Das Fremde im Eigenen : Rennewart.