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Ästhetik der Anmut

Studien zur «Schönheit der Bewegung» im 18. Jahrhundert

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Janina Knab

Anmut ist ein wenig beachtetes Phänomen in der Geschichte der Ästhetik. Als «Schönheit der Bewegung» unterscheidet sie sich von der starren Schönheit des Körperbaus und bezeichnet als Verdienst des Subjekts die Harmonie des Commercium mentis et corporis. Spontaner Ausdruck und unmittelbare Wahrnehmung der graziösen Gebärde stehen in Opposition zu ästhetischer Darstellung und reflexivem Begreifen dieser Bewegung als Schriftzug der Seele. Evidenz des Ideals versprechen weder lebendige Modelle noch die Ikonographie der drei Grazien, sondern nur die Vorbilder klassizistischer Kunst. Das Paradox der vermittelten Unmittelbarkeit aus Kleists Marionettentheater wird an der zentralen Definition von Anmut als «Bilderschrift der Empfindungen» in Schillers Ueber Anmuth und Würde deutlich: Ästhetik, Semiotik und Anthropologie zeigen im 18. Jahrhundert an dem Ideal der menschlichen Bewegung ihre widerstreitenden Ansprüche.
Aus dem Inhalt: Die Entwicklung einer Ästhetik der Anmut und ihre semiotischen und anthropologischen Bezugssysteme im 18. Jahrhundert - Der Zusammenhang von Anmut und Paradoxe: Diderot und Kleist - Anmut in den Schriften zur bildenden Kunst: Winckelmann, Goethe, Hogarth, Lessing - Die Vermittlung von Sinnlichkeit und Sittlichkeit: Anmut und Würde: Shaftesbury, Home, Kant, Mendelssohn, Schiller, Moritz - Evidenzversuche: Anmut als «Bilderschrift».