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«Es war, als «könnte» man gar nicht reden.»

Die Kommunikation als Spiegel von Zeit- und Kulturgeschichte in Eduard Mörikes «Maler Nolten»

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Irene Schüpfer

Die Arbeit setzt mit der Analyse der Kommunikationsstrukturen bei einem der auffallendsten Phänomene in Mörikes Maler Nolten an. Untersucht wird das kommunikative Verhalten sowohl auf der Figuren- als auch auf der Erzählebene, so daß anschließend Gesetzmäßigkeiten und Korrelationen beider Ebenen sichtbar werden. Dieser Blickwinkel erlaubt auch erstmals die Positionierung der zahlreichen in den Roman eingefügten literarischen Gebilde als gewichtige Gegenrede zur Rede des fiktiven Autors. In der Folge wird Maler Nolten als ein Roman lesbar, der implizit, doch erstaunlich genau Zeit- und Kulturgeschichte reflektiert und der zudem die subversive Kraft der Kunst – selbst im Untergang der Künstler – postuliert.
Aus dem Inhalt: Das kommunikative Handeln auf der Figurenebene - Vergleich der Kommunikationskategorien mit der Sterblichkeit der Figuren - Elisabeth als schöne Untote, gelesen als Verkörperung des Gesetzes der Wiederkehr des Verdrängten - Das Reden des Erzählers - Die literarischen Einschübe, gelesen als ein der Erzählerrede entgegengesetztes Reden der Kunst - Die Zweitfassung als Vertuschungsversuch des Autors.