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Von der Dynastie zur bürgerlichen Idealfamilie

Studien zum fürstlichen Familienbild des Hauses Hannover in England

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Michael Hassels

Die Arbeit untersucht Bedeutungs- und Funktionswandel des fürstlichen Familienbildes in England vor dem Hintergrund historisch-politischer und gesellschaftlicher Brüche des 18. Jahrhunderts. - Daß 1714 ein deutscher Fürst den englischen Thron bestieg, führte noch bis in die Mitte des Jahrhunderts zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen im Land. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem komplexen Strategiesystem zur öffentlichen Legitimation dieses Thronanspruchs mittels Familiendarstellungen der neuen Dynastie. Neben diesen äußeren Konflikt trat im Haus Hannover der innerfamiliäre zwischen König und Thronfolger, wobei hier das Familienbild zur Propagierung politischer Botschaften und der Gewinnung von Anhängern im Parlament genutzt wurde. Das ganze Jahrhundert war gekennzeichnet vom Strukturwandel der Familie. Die bürgerlichen Ideale familialen Lebens wurden im Zuge der Verbürgerlichung des Staates auf die Königsfamilie als dessen Repräsentant übertragen. Anhand der Familiendarstellungen zeigt sich, daß sich die Königsfamilie indes keineswegs damit begnügte, vorgegebene Inhalte zu repräsentieren, sondern dezidiert und wertend in die familien- und erziehungstheoretische Diskussion der Zeit eingriff.
Aus dem Inhalt: Legitimationsstrategien zur Etablierung des Hauses Hannover in Großbritannien - Das Familienbild in den Auseinandersetzungen zwischen König und Thronfolger - Das Familienbild als Medium der Diskussion familien- und erziehungstheoretischer Ideen der Zeit.