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Das «liebenswürdige Geschwätz meines Geschlechtes»

Frauengespräche in Texten italienischer, französischer und deutscher Autorinnen. Von Vittoria Colonna bis Johanna Schopenhauer

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Anna Maria Eder

Über drei Jahrhunderte (16.-19. Jahrhundert) und drei Nationalliteraturen (Italien, Frankreich, Deutschland) bekennen sich so renommierte Autorinnen wie Vittoria Colonna, Mlle de Scudéry und Sophie von La Roche sowie ihre Nachfolgerinnen (Gambara, Stampa, Lafayette, Riccoboni, Genlis, Ahlefeld, Fischer, Mereau, Schopenhauer, Unger) zu einer europäischen weiblichen Tradition. In ihren Gedichten und Romanen wird dieser gegenseitige Bezug an den ausschließlich zwischen Frauen geführten Gesprächen nachlesbar. Die Frauengespräche unterliegen einer strengen Konstruktion auf der Grundlage des Gefühls. Sie umfaßt die Bedingungen des Gesprächs, seine Orte, die Wahl der Gesprächspartnerin ebenso wie die bevorzugten Themen Liebe und Ehe. Damit schaffen sich die Frauen einen Freiraum, in dem sie ungestört verschiedene Aspekte der Liebe - wahre Liebe, Treue und Untreue, Verzicht, Rivalität und Solidarität - diskutieren, konventionelle Lebensmuster - die treue Geliebte und Gattin - darstellen und alternative Lebensentwürfe bis hin zur Freundin als Lebensgefährtin entwickeln. Diese weibliche Tradition galt es sowohl historisch als auch formal und inhaltich zu rekonstruieren.
Aus dem Inhalt: Bekenntnis zu einer weiblichen Tradition - Programmatik der Gespräche - Gefühl als Schreib- und Erzählanlaß: Voraussetzungen für die Frauengespräche - Gefühl: Grundlage der Gespräche - Gesprächsthemen - Wahre Liebe - Treue - «Amitié» - «Amour» - Größere Liebe der Frau.