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Ludwig Tiecks Rezeption der Antike

Literarische Kritik und Reflexion griechischer und römischer Dichtung im theoretischen und poetischen Werk Tiecks

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Mara Nottelmann-Feil

Tiecks Zugang zu klassischer Mythologie und antiker Dichtung ist aufgrund undifferenzierter Epochenzuordnungen bisher weitgehend unbeachtet geblieben. Seine Auseinandersetzung mit den traditionellen Standpunkten der Klassik wird sowohl im poetischen wie auch im theoretischen Werk aufgezeigt. Dabei spielen seine späten Inszenierungen als Beispiele romantischer Antikerezeption eine bedeutende Rolle. Seine Inszenierungen sind nicht einem anachronistischen Bekenntnis zum Neoklassizismus verpflichtet, sondern folgen einer Ästhetik, die sich folgerichtig aus einer lebenslangen Literaturkritik ergibt. Die intertextuelle Bezüglichkeit, die romantische Texte generell und die Tieckschen insbesondere prägt, ist das Thema dieser Untersuchung: Kulturdiagnose und Kulturkritik durch Rezeption.
Aus dem Inhalt: Frühe Ablehnung der attischen Tragiker (1789-1792), ihre romantische Verherrlichung (1792-1819), Rezitationen und szenische Umsetzung (1819-1853) - Die Odyssee als «romantisches Epos» - Kritische Überlegungen Tiecks zu Plautus, Terenz, Vergil, Ovid, Horaz und Juvenal - Die antike Welt im «William Lovell», der antike Mythos in der «Vogelscheuche» und in «Vittoria Accorombona» - Die Inszenierungen antiker Dramen im Neuen Palais/Potsdam.