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Protestantismus und Protest in der Weimarer Republik

Die Auseinandersetzungen um Fürstenenteignung und Aufwertung im Spiegel des deutschen Protestantismus

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Thomas Kluck

Verteilungskämpfe um die Kosten des verlorenen Krieges belasteten die Weimarer Republik schwer. Die Protestbewegungen zur Fürstenenteignung und gegen die Aufwertungsgesetze stellten je auf ihre Weise die Frage, wer diese Kosten zu tragen habe: die Opfer der Inflation oder die Fürsten. Die Inflationsopfer verloren, was erheblich zur Öffnung von Teilen des Mittelstands für den Nationalsozialismus beitrug. Der Protestantismus hat in und gegenüber den beiden Protestbewegungen eine wichtige Rolle gespielt, die in der vorliegenden Arbeit eingehend untersucht wird. Die Arbeit gibt Einblick in Mentalitäten und Machtverhältnisse im Weimarer Protestantismus. Dämonologischer Antisemitismus, Antiliberalismus, Antikommunismus und Führersehnsucht lauten die prägenden Begriffe. Insofern ist sie auch ein Beitrag zur Goldhagen-Debatte um die mentalitätsgeschichtlichen Ursachen des Nationalsozialismus.
Aus dem Inhalt: Die Volksbewegung zur Fürstenenteignung - Landeskirchen, Staat und Fürsten - Protestantische Eigentumsethik - Protestantische Positionen zur Fürstenenteignung - Disziplinierung der Andersdenkenden - Inflation und Aufwertung - Protestantische Mittelstandsideologie - Kleinrentnernot - «Altershilfe des deutschen Volkes» - Innere Mission und Fürsorgepolitik.