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Die Problematik der Wirklichkeitsdarstellung in den Literaturessays von Arno Schmidt

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Werner Morlang

Aus Schmidts poetologischen Ausführungen zum eigenen Prosaschaffen leitet der Autor ein literarisches Abbildungsmodell her, das Schmidt auch an fremde Literatur heranträgt. Dieses realistische Konzept wird als zweideutig erkannt: einerseits positivistisch (wertfrei) auf die Fakten der Aussenwelt bezogen, andrerseits («leviathanisch» wertend) die Wirklichkeit in fantastischen Gedankenspielen ver- fremdend. Von solcher Zweideutigkeit ist auch das so gewonnene Arsenal essayistischer Kriterien mitbetroffen.
In eingehenden Textuntersuchungen der Essays über Brockes, Stifter und Tieck werden einige wesentliche Konstanten und Widersprüche von Schmidts Literaturverständnis paradigmatisch ermittelt.
Aus dem Inhalt: Poetik, Realismus-Theorie und essayistisches Programm - Die Essays über Brockes und Stifter: Vom «sanften Gesetz» zum «sanften Unmenschen» / Zweierlei Realismus? - Der Essay über Tieck: Der literaturkritische Gebrauchswert biographischer Fakten / Revi- dierte «Romantik».