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Das Kirchenasyl im Kontext sakraler Zufluchtnahmen der Antike

Historische Erscheinungsformen und theologische Implikationen in patristischer Zeit

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Gerhard Franke

Angeregt durch zahlreiche Fälle von «Kirchenasyl» im letzten Jahrzehnt des 20. Jhs. geht die Studie umfassend der Frage nach, inwieweit ein entsprechendes Phänomen zur Zeit der Alten Kirche existierte und wie es begründet wurde. Im Vordergrund stehen dabei eventuelle juristische Voraussetzungen, generell religiös-ethische Überzeugungen und speziell die theologischen Ansätze der Kirchenväter sowie die konkrete Realisierung der Schutzvorstellungen in christlichen Kultbauten. Zu verstehen ist das «Kirchenasyl» jedoch nur vor dem größeren Entwicklungshorizont «sakraler Zufluchtnahmen» überhaupt in der Antike. Deshalb werden der griechisch-hellenistische, der römische und der biblisch-jüdische Kulturraum in die Untersuchung einbezogen. Erst in Auseinandersetzung mit dort entwickelten Konzeptionen kann die christliche Ausformung des Zufluchtswesens bis ins 9. Jh. hinein adäquat profiliert werden. Trotz völlig unterschiedlicher Rahmenbedingungen heute mag die Studie mit ihren für einen markanten Zeitabschnitt gewonnenen Ergebnissen die gegenwärtige Diskussion um das «Kirchenasyl» bereichern und klären, inwiefern Analogien möglich und sinnvoll sind.
Aus dem Inhalt: Zufluchtsvorstellungen und ihre Realisierung im Altertum – Das griechisch-hellenistische Zufluchtswesen – Die römischen Verhältnisse – Die biblisch-jüdische Konzeption – Zufluchtsvorstellungen im Christentum – Die griechischen Kirchenväter – Die lateinischen Kirchenväter – Ihre Umsetzung im Christentum – Die staatliche Gesetzgebung – Kirchenrechtliche Bestimmungen – Die Räumlichkeiten des kirchlichen Zufluchtswesens.