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Vom Ich zum Wir

Eine längsschnittliche Analyse zur Sprachentwicklung deutscher Kinder

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Petra Sandhagen

Das Wort «Wir» ist ein deiktisches Personalpronomen der ersten Person Plural. Anknüpfend an Studien zum Erwerb des Personal- und Possessivpronomens «Ich» ist untersucht worden, wie und wann deutsche Kinder sprachlich das «Wir» erobern. An der längsschnittlichen Studie haben zwölf Kinder im dritten und vierten Lebensjahr teilgenommen. Aufgaben: zur Sprachproduktion erfragte die Mutter Besitzverhältnisse des Eigen- und Familienbesitzes. Entwicklungsstand der Theory of Mind und Verständnis des Wir-Begriffs (Sprachrezeption) wurden erfasst. Ergebnisse: Ausgehend von der pronominalen Kennzeichnung des eigenen Besitzes konstruieren Kinder über die additive singularische Bestimmung kollektiver Besitzverhältnisse das Wir, bevor sie zur pronominalen Kurzform übergehen. Die Kinder lösen die Theory-of-Mind-Aufgaben meist erst nach dem Wir-Erwerb. Die Sprachproduktion geht der Sprachrezeption beim «Wir» voraus.
Aus dem Inhalt: Das Wir und sein Platz in der Sprachpsychologie – Theorien zur Theory of Mind – Sprachenentwicklung oder Erst Ich, dann Wir – Wege zum Wir – Einzelkinder und Zwillinge – Sprachentwicklung und Theory of Mind - ein distanziertes Verhältnis.