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Der poetologische Diskurs der Gegenwart

Untersuchungen zum zeitgenössischen Verständnis von Poetik, dargestellt an ausgewählten Beispielen der Frankfurter Stiftungsgastdozentur Poetik

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Ulrich Volk

Die Frankfurter Poetikvorlesungen, die älteste Reihe dieser Art in Deutschland, sind Gegenstand dieser Arbeit. An ausgewählten Beispielen der Frankfurter Stiftungsgastdozentur wird die Entwicklung der Poetik von den 50er Jahren bis ins Jahr 2000 skizziert. Waren die Poetikvorlesungen der ersten Staffel (1959-1968) noch von dem Wunsch nach Humanisierung und gesellschaftlicher Veränderung getragen und von der Hoffnung auf die utopische Funktion des Dichterwortes geprägt, so verschieben sich zu Beginn der zweiten Staffel (1979) die poetologischen Gehalte und damit auch die Intentionen der vortragenden Autoren: Aus der Poetikvorlesung entwickelt sich der auf die autobiographischen Erlebnisse des Autors verweisende Schreib- und Werkstattbericht. Die Poetik verliert damit ihre über historische, moralische oder gesellschaftskritische Intentionen abgesicherte Verbindlichkeit und löst sich in der ‘permissiven Ästhetik’ (Hugo Loetscher) individueller Lebens-, Schreib- und Lektüreerfahrungen auf.
Aus dem Inhalt: Ein kurzer Blick in die Geschichte der Poetik: Aristoteles, Horaz, Lessing – Poetik und Poetikvorlesungen – Analyse der Frankfurter Poetikvorlesungen von I. Bachmann, H. Böll, W. Hildesheimer, H. E. Nossack, U. Johnson, P. Nizon, H. Domin, D. Wellershoff, H.-U. Treichel – Überlegungen zum Verhältnis von Poesie und Reflexion in den Poetikvorlesungen.