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Das Verhältnis von Freiheit und Rationalität bei Martin Luther und Gottfried Wilhelm Leibniz

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Thomas Hösl

George Henry Radcliffe Parkinson stellt zurecht fest, daß die Behandlung der Freiheitsproblematik bei G. W. Leibniz in der Regel von dem Problem der Rechtfertigung Gottes (Theodizee) überschattet ist. Leibniz erfaßt diese Welt als die bestmögliche aller Welten, Luther hingegen als die allerschlechteste. Die Theodizeeproblematik verschärft sich für Luther durch die Alleinwirksamkeit Gottes derart, daß sich für ihn jegliches Nachdenken darüber verbietet. Leibniz hingegen betont immer wieder die Freiheit des Menschen, die jedoch nicht auf der Alternativität individueller Handlungsmöglichkeiten, sondern nur auf der Alternativität möglicher Welten beruht. De facto ist damit das Freiheitsverständnis von Leibniz nicht wesentlich verschieden von der lutherischen Konzeption menschlicher Freiheit, die nur in Christus gegeben ist. In diesem Buch soll schließlich auch ein Weg aus der Antinomie des Freiheitsbegriffs gewiesen werden.
Aus dem Inhalt: Die Prinzipien des Denkens Luthers – Die Einheit Gottes – Gott wirkt das Gute und das Böse – Die nichtüberbrückbare Trennung des gefallenen Menschen von seiner ursprünglichen Naturvollkommenheit – Gesetz und Gnade – Die grundlegende Unterscheidung menschlicher und göttlicher Freiheit – Freiheit und Rationalität bei G. W. Leibniz – Die Weisheit Gottes als der zureichende Grund – Das Böse als Konstituens der von Gott geschaffenen besten aller möglichen Welten – Luthers Voluntarismus und Leibnizens Rationalismus.